Eigentlich hätte ich diesen Artikel gleich in Japan nach dem Event schreiben sollen, aber ich wurde eh direkt danach krank…und wenn man etwas aufschiebt, dann dauert es halt noch länger…

Das Event fand am Wochenende, dem 21.10. und 22.10.2017, statt. Während am Samstag die ersten beiden Violet Evergarden Episoden gezeigt wurden und später am Nachmittag es die Premiere vom Free! – Take Your Marks – Film (je 2500 Yen) gab, wurden am Sonntag dann zwei mehr oder weniger identische Live-Konzerte zu Sound! Euphonium (je 5000 Yen) veranstaltet.

Anders als beim Enjoy-Event gab es hier keinen offiziellen Verkauf der Karten für ausländische Fans, so dass es etwas schwieriger war daran zu kommen. Wie so oft in Japan konnte man die Karten auch nicht direkt bestellen, sondern musste an einer Lotterie teilnehmen. Zum Glück konnte man das auch ohne direktes Zahlen machen, so dass einfach jeder von unserem Vierergrüppchen (@cupcakestar_, @s3nsi, @oIdsqL und ich) für alle Events teilnahm, um die Chancen auf Karten zu steigern. Für die beiden Premieren am Samstag konnte man je zwei Karten und für die Konzerte am Sonntag je vier Karten auf einmal anfragen. Ein paar Wochen später wurde einem dann per E-Mail mitgeteilt, welche Karten man tatsächlich gewonnen hatte. Die eigentliche Zahlung musste dann bei unserer gewählten Bezahlart bei der Abholung der Karten in einer Lawson-Filiale in Japan gemacht werden, was zum Glück klappte, da wir durch Rumfragen jemanden fanden, der uns die Karten in Japan bezahlen konnte und über (Um)Wege nach Deutschland schaffte. Wir “gewannen” sogar ein paar zu viele, weswegen wir dann einige einfach verfallen ließen (die gingen dann später in einen regulären Verkauf). Ich hoffe, dass man für ausländische Fans das nächste Mal eine einfachere, offizielle Variante einführt oder zumindest die direkte Zahlung nach dem Gewinn mit ausländischen Kreditkarten möglich macht…

Nach welcher Logik man die Sitzplätze zugeordnet bekommt, habe ich übrigens nicht verstanden. Natürlich saß ein Set an Karten zusammen, aber rein von der Wahrscheinlichkeit her, hätten wir irgendwann auch mal etwas weiter vorne sitzen müssen. Die Sicht und die Akustik war immer in Ordnung, aber ich wunderte mich schon etwas.

Das Event fand im ROHM Theatre Kyoto statt, dessen Konzertsaal maximal 2000 Plätze bietet. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte etwas besser sein können, da man immer noch ein ganzes Stück zu Fuß von der nächsten Haltestelle dorthin laufen musste, was aber nur wegen dem miserablen Wetter wirklich nervig wurde. An dem Wochenende schaute nämlich ein Taifun vorbei, weswegen Kyoto Animation schon zuvor warnte, dass sie die Events am Sonntag unter Umständen absagen könnten, wenn das Wetter noch schlechter werden würde. Zum Glück kam es aber nicht so weit und alles fand wie geplant statt, aber auf dem Weg zur Halle wurden wir doch öfters ziemlich nass.

Am Samstag traf ich mich dann schon einige Stunden vor der Violet Evergarden Premiere mit ultimatemegax, der u.a. für diese Events nach Japan geflogen war. Wir wollten nämlich rechtzeitig für die limitierten Event-Artikel da sein und stellten uns deswegen früh in die Schlange vor der Halle. Als es dann ein paar Minuten später anfing zu regnen, ließen uns die Mitarbeiter der Halle netterweise in die Halle, so dass man sich im Trockenen anstellen konnte.

Dann konnten wir die Leute auch etwas beim Aufbauen beobachten und auch die ersten “Gratulations-Gestecke” wurden gebracht, von denen ich dann später auch noch Fotos machen konnte. Typisch für Japan wurde die ganze Schlange später noch eine Etage nach oben verschoben, wo sich auch der Verkaufsstand und der Einlass zum Konzertsaal befand.

Als der Verkauf dann pünktlich begann, hatten wir auch kein Problem das Programmheft und die gewünschten Clear Files zu kaufen

Das Büchlein hat rund 38 Seiten, die u.a. ein Interview, Infos und Bilder, Charakterdesigns zu Violet Evergarden, Sound! Euphonium und Free! – Take your Marks – und die Illustrationen der Clear Files enthalten.

Sehr witzig ist ein dort abgedrucktes “Gespräch” zwischen Kumiko, Violet und Haruka (und später anderen Charakteren), welches ultimatemegax übersetzt hatte:

Das Programmheft war mit 2500 Yen schon etwas teuer, aber es ist schon ein schönes Andenken.

Für je 500 Yen habe ich dann noch die hübschen Clear Files mitgenommen, die exklusiv für dieses Event gezeichnet wurden. Beim Sound! Euphonium Clear File kann man sogar das Rohm Theatre im Hintergrund erkennen. Eine nette Idee, finde ich!

Nachdem die Einkäufe erledigt waren, trafen wir uns dann später mit den anderen und der Einlass begann. Beim Bestellen der Karten musste man seinen Namen in Katakana oder Hiragana angeben und wir befürchteten, dass sie Ausweiskontrollen machen würden, was dann bestimmt für etwas Verwirrung gesorgt hätte, aber wir hatten Glück und ein einfaches Vorzeigen der Karten genügte.

Los ging es mit der Japan-Premiere von Violet Evergarden. Während man u.a. auf der Anime Expo und der AnimagiC schon die erste Folge der Serie schauen konnte, lief sie hier nun zum ersten Mal in Japan. Um noch etwas exklusives zu bieten, wurde auch noch die zweite Folge im Anschluss gezeigt. Natürlich fehlten bei diesen Screenings die Untertitel, so dass ich bei der zweiten Folge nur grob folgen konnte, aber so bekam ich immerhin schon einen tieferen Eindruck von der Serie. Vor den beiden Folgen gaben Taichi Ishidate (Regisseur) und Yui Ishikawa (Seiyuu von Violet) noch eine kurze Einleitung und natürlich betraten sie auch danach noch einmal die Bühne und erklärten die Serie in ähnlichen Worten wie dies auch bei AnimagiC getan wurde. Später betrat dann TRUE die Bühne und sang das Opening Sincerly und sagte gleich im Anschluss noch einen Überraschungsgast an: Minori Chihara (u.a. auch Seiyuu von Yuki Nagato 😉 ), die Sängerin des Endings, die dies natürlich auch live auf der Bühne sang. Dann kamen alle vier noch einmal auf die Bühne und tauschten sich noch etwas über die Serie aus und stellten auch die hübschen CD-Cover der Singles vor.

Das Violet Evergarden Event endete dann mit einem Trailer.

Nach rund zwei Stunden Pause ging es dann weiter mit der Free! – Take Your Marks – Premiere, zu der Eisaku Kawanami (Regisseur) und Futoshi Nishiya (Character Design) auf der Bühne waren. Der Frauenanteil im Publikum war natürlich sehr groß, weitaus größer als bei Screenings von Free! in Deutschland meinem Gefühl nach. Natürlich hörte man auch viele Reaktionen, wenn bestimmte Charaktere das erste Mal auftauchten und da der Film es sehr gut verstand, den Fans etwas zu bieten, war das Publikum sichtlich begeistert. Anders als hierzulande sind die Zuschauerinnen aber deutlich zurückhaltender. Dafür hatte man den Eindruck, dass einige sehr darum kämpften ihre Gefühle im Zaum zu halten. Interessant ist es übrigens auch, wenn man viele stylische, hübsche Japanerinnen sieht, die dann ihre mit massig Buttons behängten Taschen/Ita-Bags herumtragen. Und wie man sich vorstellen kann, löste die Ankündigung “See You Next Stage” am Ende doch eine laute Reaktion im Publikum aus. Das war schon irgendwie eine interessante Atmosphäre.

Auch ohne Untertitel konnte man dem Film ganz gut folgen, aber ich werde im Artikel zum Akiba Pass Festival in Hamburg dann noch einmal mehr auf ihn eingehen.

Damit endete das Programm am Samstag.

Am Sonntag besuchten wir dann das zweite Sound! Euphonium Live Concert des Tages. Da hier Japanisch-Kenntnisse weniger relevant sind, freute ich mir sehr auf das Konzert und ich wurde nicht enttäuscht! Die erste Überraschung war dann ein “lebensgroßer” Tuba-kun, der beim ersten Song (True – Soundscape) “tanzte”. Um die Musik aus dem Anime möglichst originalgetreu “nachzubilden” hat das 2016 Freshman Wind Ensemble der Senzoku Gakuen School of Music live gespielt, mit Unterstützung einiger weiterer Musiker für Solo-Einlagen. Natürlich wurden die bekannten Stücke aus der Serie aufgeführt/gespielt und in der Zugabe sang True sogar noch das Opening der ersten Staffel. Das Ganze wurde aufgelockert durch die vier Haupt-Seiyuus Moe Toyota (Sapphire), Tomoyo Kurosawa (Kumiko), Chika Anzai (Reina) und Ayaka Asa (Hazuki), die zusammen in der Winteruniform des Animes moderierten, wobei hier Moe Toyota die Führung übernahm, da Sapphire nun mal der “Konzertbandotaku” ist. Die Chemie zwischen den vieren stimmte auch einfach und es macht Spaß ihnen einfach nur so zuzugucken, auch wenn man nur erahnen kann, was sie gerade erzählen. Sehr witzig war aber, als sie bemerkten, dass ein Teil des Ensembles die Frisuren ihrer Vorbilder/Gegenstücke aus dem Anime nachahmten. Irgendwie fanden sie auch einen Shuuichi, mit dem etwas rumgealbert wurde. Wenn ich mich recht erinnere, gab es 13 Stücke und zwei Zugaben. In der Mitte gab es auch eine zehnminütige Pause.

Live wirken die Stücke noch einmal viel beeindruckender als im TV oder im Kino und es war wirklich ein tolles Konzert. Wer etwas mehr darüber lesen möchte, der sollte mal in den Artikel bei ANN reinschauen.

Zwischen den Events nutzte ich auch etwas die Zeit die Blumensträusse zu fotografieren, die von Firmen und sogar von Fans geschickt wurden:

Seitdem ich mich für Animes begeistere und mitbekam, was es in Japan für Events gibt, wollte ich immer welche besuchen, deswegen war es für mich etwas besonderes, diesen kleinen Traum zu erfüllen. Natürlich ist es ohne Japanischkenntnisse teilweise etwas sinnfreier, aber da die Preise für die Karten durchaus in Ordnung waren, lohnte es sich sehr für mich. Besonders das Konzert war sehr unterhaltsam und ich kann jedem nur empfehlen, solche Events zu besuchen, wenn man auch nur ansatzweise Interesse daran hat und zufälligerweise zu der Zeit in Japan ist.