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Mit einem frischen Eindruck aus dem Kino äußere ich mich hier mal kurz zur deutschen Synchronisation zu Naoko Yamadas Kinofilm A Silent Voice zum gleichnamigen Manga von Yoshitoki Ōima.

Nach Edinburgh und Frankfurt mussten wir dieses Mal nur fünf Minuten zu Fuß laufen, um Koe no Katachi auf der großen Leinwand zu sehen, denn zum Glück finden die KAZÉ Anime Nights auch im hiesigen Cinemaxx Raschplatz statt. Trotzdem schafften wir es fünf Minuten zu spät im vielleicht zu 2/3 gefüllten Saal einzutreffen, aber da Kazé die Gelegenheit wohl gerne nutzt auf Ihre kommenden Produkte hinzuweisen, liefen eh zunächst rund 15 Minuten Trailer zu kommenden Kinofilmen und Serien, so dass wir nichts verpassten. A Silent Voice wurde dann natürlich in der deutschen Synchronisation aufgeführt, die mir doch wirklich gut gefiel. Ich bin wirklich kein Experte bei deutschen Synchronisationen, aber nach wenigen Minuten Eingewöhnung fiel mir nicht mehr auf, dass ich den Film gerade auf Deutsch schaue und eigentlich kein Sprecher fiel mir negativ auf.

Nur im ersten Abschnitt des Films klang Nicolás Artajo (Takeru ‘T.K.’ Takaishi in Digimon Adventure tri., Scott Pilgrim in Scott Pilgrim vs. the World) als Shoya doch etwas zu alt für einen 11/12-jährigen. In Japan wählte man für diesen Zeitraum eine jünger klingende Sprecherin, was meiner Ansicht besser passte. Später fand ich ihn aber in der Rolle des älteren Shoya sehr überzeugend. Auch Jill Schulz (Sonoko Suzuki in den Detektiv Conan Filmen, Knives Chau in Scott Pilgrim vs. the World) als Shoko passte gut und die wenigen, undeutlichen Zeilen, die der Charakter im Film spricht, klangen für meine Ohren passend für eine Gehörlose. Diese Zeilen wurden für besseres Verständnis übrigens untertitelt. Sehr gut gefiel mir auch Benjamin Stolz als Tomohiro, der die vielen witzigen Szenen mit diesem Charakter sehr gut meisterte. Auch die anderen wichtigeren Charaktere wurden gut besetzt und überzeugten auch in den dramatischen Szenen. Nur bei manch Nebencharakter hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass die Betonung manchmal nicht ganz optimal war, wobei ich das nun nicht noch mal mit der japanischen Fassung verglichen habe. Bei einer Szene mit dem jungen Kazuki reagierte auch das Publikum im Kino auf einen etwas seltsam betonten Satz am Ende einer Szene.

Natürlich stellte sich im Vorfeld die Frage, wie die eine Missverständnis-Szene auf der Brücke umgesetzt wird. Man war nun ziemlich kreativ, um die im Japanischen simple Verwechslung irgendwie logisch ins Deutsche zu übertragen. Das gelang meiner Meinung nach nur so halb, und vielleicht wäre es besser gewesen, man hätte es einfach wörtlich übersetzt und dann kurz eine Erklärung oben eingeblendet. Das wäre vielleicht eine schönere Lösung gewesen, wobei die jetzige Lösung auch ihren Zweck erfüllt, aber auch nicht gerade elegant ist. Grobe Macken in der Übersetzung fielen mir nicht auf und auch die Dialoge klangen flüssig mit passender Wortwahl.

Es war auch wieder interessant den Film mit Publikum zu schauen, denn während die ersten Mobbing-Szenen noch für etwas Gelächter sorgen konnten, wurde es wenig später doch sehr ruhig im Kino. Bei den gewollt witzigen Szenen später lachten die Leute auch und manch emotionale Szene verfehlte ihre Wirkung offenbar nicht und manch Schluchzen war zu vernehmen. Etwas doof war natürlich wieder, dass manch Besucher seinem Nachbarn kurz erzählen musste “ah, nun kommt dies und das”. Bei einem Film, dessen Mangavorlage komplett in Deutschland erschienen ist, der Film hier schon bei einem Festival lief und natürlich auch als Fansub verfügbar ist, da muss man nun wirklich nicht während des Films mit seinem Vorwissen prahlen.

Insgesamt fand ich die Synchronisation also wirklich gelungen und finde es nur schade, dass es noch bis zum 16. März dauert, bis der Film hier erscheint. Einen kleinen Eindruck in die Synchronisation kann man sich auch schon im Trailer verschaffen:

Danke an Kazé, dass sie diesen doch etwas ungewöhnlicheren Film ins Kino gebracht haben!