Eigentlich wollte ich den Artikel am Wochenende nach der DoKomi schreiben, aber dann war ich natürlich krank (hatte eher nichts mit der Con zu tun). Und die Motivation auf Erlebnisberichte sinkt traditionell immer etwas, je länger die Con dann her ist. ^^;

Jede Convention beginnt mit dem Einlass und die Probleme wurden im Internet schon ziemlich breitgewalzt und die DoKomi ist sogar schon auf die Kritik eingegangen, aber ein paar Gedanken möchte ich dazu auch noch los werden. Lange Schlangen hatten wir irgendwie erwartet und mein einziger Plan war eigentlich, pünktlich zur Eröffnungsveranstaltung im Saal zu sitzen. Wir kamen ungefähr 9:50 am Gelände an und waren rund eine Stunde später dann tatsächlich drinnen… immerhin reicht das noch für den Programmpunkt, aber das war trotzdem alles andere als reibungslos. Zum einen kamen Leute, die noch keine Karten hatten, über die Kasse schneller rein, was nun eigentlich wirklich nicht so sein sollte. Zudem kam es zu Verzögerungen, da man wegen der angespannten Sicherheitslage Taschenkontrollen durchgeführt hat. Damit habe ich auch kein Problem, aber das nächste Mal sollte man mehr kontrollierende Leute dorthin setzen und vielleicht auch schon vor der Öffnung der Halle damit anfangen, in dem man z.B. vor dem abgezäunten Schlangenbereich diese schon durchführt. Zudem habe ich mich gewundert, was passiert wäre, wenn es geregnet hätte, denn überdacht war die Taschenkontrolle auch nicht. So war es nur ziemlich warm…

Am Sonntag ging es dann weitaus schneller morgens und gerade wenn mehr Zeit für Kontrollen wäre, wurde man einfach gleich durch gewunken. Positiv ist allerdings anzumerken, dass es innen dann viele Helfer gab, die die Karten gescannt haben, so dass es dort zu keinen Verzögerungen kam. Meiner Meinung nach hätte man den Ausgang aber etwas näher an den Eingang platzieren können. Im nächsten Jahr würde ich mir auch wünschen, dass man jeweils einen Helfer mit Schild an das Ende von Schlangen platziert. Auf dem Schild sollte dann stehen, für was diese Schlange ist, damit es in dieser Hinsicht einfach weniger Verwirrung gibt. Ich bin nun aber mal optimistisch, dass man nächstes Jahr das Ganze besser in den Griff bekommt.

 

Für mich hat die DoKomi-Eröffnungsveranstaltung immer eine recht hohe Priorität, was aber weniger mit ihrem Unterhaltungswert zu tun hat, sondern eher damit, dass es mich interessiert, ob die Convention diesen Programmpunkt nun mit Hilfe ihres großen Erfolgs besser gestalten kann und zunächst hatte ich Hoffnung, denn der “DoKomi”-Song zu Beginn samt Tanzeinlage war doch ein ganz gelungener Einstieg. Dann folgten die üblichen Punkte wie Maids, Hosts, Ehrengäste und Vertreter aus Politik und “Japan”, die aber einfach in keinen interessanten Rahmen gebracht wurden. Hier finde ich vor allem die Moderation teilweise zu albern und unvorbereitet war, was noch stärker auffällt, wenn eben Redner wie Generalkonsule auf der Bühne stehen. Einen guten Eindruck macht es auch nicht, wenn die Präsentation im Hintergrund nicht rechtzeitig zum Gesprochenen aktualisiert wird oder man gegen Ende merkt, dass man etwas aufholen muss, um noch in den Zeitplan zu passen. Immerhin bot die Hauptbühne nun dank Messehalle sehr viele Sitzplätze und sogar hängende Videoleinwände, damit Leute weiter hinten noch genug sehen konnten. Auch die Akustik war meinem Eindruck nach erstaunlich gut für eine Messehalle.

Da gerade die DoKomi im Prinzip durch die Messeatmosphäre und die vielen Stände etwas weg von einer normalen Convention gegangen ist, finde ich es schade, dass die Eröffnung so unprofessionell wirkt. Kleinere Cons schaffen es da doch auch, etwas interessanteres auf die Beine zu stellen.

Da es wenig interessante Programmpunkte für uns gab, kann ich nicht viel zu diesen sagen, aber drei weitere schaute ich mir zumindest (teilweise kurz) an.

Vor der DoKomi hatte ich noch nie etwas von Tempura Kidz gehört und auf YouTube konnten sie mich auch nicht wirklich überzeugen, so dass wir nur am Ende des Konzerts mal kurz vorbeischauten. Ihre Show war schon ganz gut, aber sie waren mir einfach zu “quietschig” von der Musik her. Ich finde es wirklich schade, dass die DoKomi bei Ihrer Größe nur “einen” japanischen musikalischen Ehrengast bietet und dann ist auch noch etwas ohne Animebezug. Mit ist klar, dass die DoKomi anders sein möchte, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie mit der Wahl des Music Acts dieses Mal viele Leute begeistern konnten. Ich hörte durchaus positives von dem Konzert, aber besonders voll war es wirklich nicht.

Als ich hörte, dass Danny Choo eingeladen wurde, dachte ich mir nur: Warum jetzt? Ok, er will seine Smart Dolls verkaufen, aber wie viele Leute interessieren sich heutzutage noch für ihn oder kennen ihn gar? Wir waren nur beim zweiten Panel mit unter anderem ihm zum Thema Fanarts (bzw. Comiket mit dem passenden Organisator und IOEA [International Otaku Expo Association] auch mit einem Vertreter). Ich fand das Ganze durchaus interessant, aber viele Leute konnten sie mit dem Thema nicht anlocken. Wenn man sich überlegt, dass die DoKomi sich das Ganze (Comiket, Fanarts und Co) so stark auf die Fahnen geschrieben hat, dann bemerkt man bei solchen Panels wieder, dass sich ihre Besucher abseits der Künstlerstände eher weniger dafür interessieren. Ich würde gerne mal wissen, wie viele Besucher beim ersten Danny Choo Panel am Samstag waren…

 

Ansonsten sah ich noch das Ende der Abschlussveranstaltung, die noch einen unterhaltsamen kurzen Auftritt von Ongaku no Kara enthielt.

Wie schon in den Jahren zuvor, gibt es wirklich wenig Programm für mich und ich fand es schade, dass es z.B. kein Panel mit den japanischen Doujinshi-Zeichnern gab. Etwas mehr Ehrengäste aus der Industrie wären auch nicht schlecht, aber auf die Schiene möchte die DoKomi wohl eher nicht gehen. Bei der Größe der Veranstaltung finde ich das aber schon sehr schade. Auf der einen Seite scheint man wohl am liebsten die Größe einer Japan Expo erreichen zu wollen, vergisst aber dann auch, dass es da auch noch viel mehr zu erleben gibt als Verkaufsstände und Aussteller. Das Geld müsste doch da sein. Ansonsten frage ich mich, wie die AnimagiC und die Connichi auch schon so viel Programm mit Ehrengästen bieten konnten, bevor sie so groß wurden wie heutzutage.

Besonders genau habe ich mir die Hallen auch gar nicht angeschaut, denn es gab schon fast zu viel. Ich glaube, dieses Jahr gingen bestimmt teilweise die Umsätze nach unten, da durch das riesige Angebot es schwierig wurde, überhaupt jeden Stand zu sehen. Ich habe leider auch nicht genauer hingeschaut, ob immer noch Plagiate irgendwo verkauft werden. Nun könnte man meinen, es wäre doch toll, wenn man so viele Stände zu besuchen hat, dass man nicht mehr hinterherkommt, aber etwas mehr etwas mehr erwarte ich dann schon von einer Convention. Natürlich gab es auch viele Workshops, aber für mich war da auch wenig interessantes dabei. Das Ganze hört sich nun sehr negativ an, deswegen will ich nun mal zu meinen Highlights kommen.

Ich bin zwar kein großer Kenner und Fan von Doujinshis, aber bei den japanischen Gästen aus dem Bereich hatte ich einfach sehr viel Glück, so dass ich dort doch etwas Geld lassen konnte.

Zum einen war Yuka Nakajima vom Zirkel Digital Lover zu Gast, die sogar einen extra Doujinshi gezeichnet hat, der zweisprachig einige Illustrationen mit Deutschlandbezug bot. Da sie u.a. die Illustrationen zu den Amagi Brilliant Park Light Novels zeichnet, schauten dessen Charaktere z.B. beim Oktoberfest vorbei. Für 10 € bekam man das Heft und ein exklusives Clear File für die DoKomi (passend zum Maid Café). Zudem zeichnete sie auch Commisions. Für 30€ konnte man sich einen Charakter nach Wahl zeichnen lassen. Wir wurden darum gebeten, die Zeichnung nicht online zu zeigen, aber wir sind sehr begeistert vom Ergebnis. Da sie sich rund eine Stunde pro Zeichnung Zeit nahm, sah das Ergebnis dann auch wirklich toll aus. Zudem ließ ich mir noch einen “offiziellen” Amagi Brilliant Park Doujinshi von ihr signieren, den ich mir zuvor über Mandarake noch fix bestellt hatte.

 

Zudem war noch Eretto-san vom Zirkel Utsura Uraraka zu Gast. Er steckt zufälligerweise hinter Nyoro-n Churuya-san und verkaufte deshalb am Stand witzige Radiergummis (1€ pro Stück). Ich ließ mir dann später noch den Band signieren, den Kadokawa mal als Gesamtausgabe veröffentlicht hatte. Zudem kaufte ich ein Artbook des Zirkels mit vielen hübschen Fanarts (96 Seiten, 20€) zu Kancolle, Railgun und Touhou, aber auch Chuunibyou demo Koi ga Shitai! und Inu x Boku SS. CupcakeStar ließ sich Dust-chan aus Churuya-san für 10€ auf ein kleines Shikishi zeichnen, was er sehr witzig fand. Zudem freute er sich so sehr über mein altes T-Shirt zum Anime, was ich extra an dem Tag trug, dass ich noch eine schnelle Zeichnung von Churuya-san kostenlos bekam. Er war wirklich sehr nett und offen und erkannte uns sogar am Abend noch kurz, als wir ihn zufälligerweise abends noch in der Stadt über den Weg liefen.

Von der Illustratorin Natsume Eri von Ichigo Saizu hatte ich nichts dabei, aber bei dem niedlichem Doujinshi zu Maid Dragon konnte ich für 10€ wirklich nicht nein sagen. Sie freute sich irgendwie auch sehr über mein T-Shirt. (& nannte CupcakeStar an beiden Tagen “kawaii” – ja, ich bin einfach glücklich zu machen – LG CupcakeStar ;D)

Es gab auch noch ein paar weitere Doujinshis und Clear Files von Zeichnern zu kaufen, die nicht persönlich da waren, z.B. auch von Yoshiyuki Sadamoto. CupcakeStar schlug bei einem inklusive Clear File von Ume Aoki (Charakterdesignerin von Madoka Magica) zu, was mit 20€ etwas teurer war.

Wir hatten also bei diesen Ständen sehr viel Spaß. Die Zeichner waren sehr nett und ihr Angebot war gut angepasst für eine deutsche Convention. Ich hätte mir, wie schon erwähnt, hier auch noch einen Programmpunkt wie z.B. ein Panel mit diesen Gästen gewünscht und ich habe mich sehr gewundert, dass z.B. auf der Webseite nicht darauf hingewiesen wurde, was sie auch für “Industrieprojekte” hatten, denn vielleicht hätten sie dann noch etwas mehr Aufmerksamkeit von den Besuchern bekommen.

Immerhin waren sie mit einem Stand am Rand der Zeichnerhalle sehr gut platziert und überhaupt konnte sich hier niemand über zu wenig Auswahl in der Halle beschweren. Ich hörte nur öfters, dass die Standnummern nicht leicht zu erkennen waren, so dass das Orientieren etwas schwierig war.

Als Abendprogramm gab es wieder “nur” den Cosplayball und den “DoKomi J-Rave”. Vom letzterem hörte ich viel positives und irgendwann werden wir uns das auch mal wieder anschauen, wobei ich mir einfach immer noch wünschen würde, dass man auch noch andere Programmpunkte am Abend wie einen Quiz anbieten würde. Hier bieten andere Conventions einfach ein volleres Programm. Etwas schade ist da auch noch, dass die Con immer noch nur über zwei Tage geht. Bei den vielen Hallen würden drei Tage das Ganze etwas entspannender machen, da viele eh schon mindestens ab Freitag in Düsseldorf sind.

Durch den Umzug in andere Hallen hat sich natürlich der Weg in den Park verändert und gefühlt war es etwas weiter. Das hängt aber auch damit zusammen, dass das Gelände innen größer ist und ich würde es klar begrüßen, wenn im Inneren im Außenbereich auch mehr Cosplayer wären. Der Park ist auch einfach zu weitläufig gerade wenn es um das Wiedertreffen von Bekannten geht, würde es vermutlich allen helfen, wenn sich die Leute auf eine kleinere Fläche verteilen. Hier kann die DoKomi wenig tun, aber ich fand, dass man dieses Mal auch wirklich auf dem Con-Gelände sehr viel Platz hatte und man dort auch Fotos machen konnte, wenn man nicht gerade riesige Grünflächen oder viel Natur braucht.

Die DoKomi wollte offenbar das Essensangebot verbessern und über die Auswahl konnte man sich eigentlich nicht beklagen, so weit ich das gesehen habe. Allerdings waren die Schlangen oft sehr lang (unter der prallen Sonne, wenn sie denn mal rauskam) und über die eigentliche Qualität hörte ich auch eher Durchwachsenes. Selber aß ich da nichts. Es ist eh einfacher, man bringt sich etwas zu Essen mit und geht dann abends noch etwas Japanisches essen, so dass mir das Angebot direkt vor Ort recht egal ist.

Abschließend kann ich sagen, dass ich durchaus Spaß auf der DoKomi hatte, mir aber mehr Gäste aus der Industrie wünschen würde oder mehr Programm mit den anwesenden Gästen. Die Messeatmosphäre macht natürlich etwas das Con-Gefühl kaputt, wobei ich es mir etwas schlimmer vorgestellt hatte. Natürlich ist mir klar, dass ich nicht unbedingt die Zielgruppe der Dokomi bin, aber als größte Convention der Szene sollte man vielleicht auch eher versuchen, für möglichst viele etwas zu bieten. Zudem sollte man einfach noch etwas an der Eröffnung und der Endveranstaltung feilen, damit diese auch mit der Professionalität überzeugen können, die man von einer solchen Großveranstaltung erwarten kann.