Eigentlich wollte ich diesen Artikel schon direkt am Sonntag nach der Veranstaltung schreiben, aber eine Erkältung kam leider dazwischen und dann wollte der Artikel einfach nicht fertig werden. ^^;

Vor dem Film

Ich bin nicht unbedingt der größte Fan von Sword Art Online, fand die beiden Staffeln auch durchaus unterhaltsam als Popcorn-Anime und auch wenn ich bei einem vermeintlichen Filler-Film von vornherein etwas skeptisch bin, entschlossen CupcakeStar und ich uns, für die “Deutschlandpremiere” am 18.2.2017 nach Köln zu fahren. Es war dann aber allerdings erstaunlich, wie viel Interesse sich für das Event in der Vorverkaufsphase bei den deutschen Fans entwickelte, denn während es zunächst nur eine Vorstellung um 13:30 geben sollte, kam noch eine um 17:00 hinzu, die wie die Premiere Q&A mit spezielle Premium und VIP-Karten bot. Wenig später folgten dann weitere Vorstellungen ohne Q&A um 14:45 und 17:00. Seltsam wurde es dann allerdings, als eine weitere angekündigt wurde um 11:00.

Da fragte ich mich schon etwas, warum man vor die große Premiere noch eine normale Vorstellung packt, denn dann sitzt man im Prinzip ja nicht mehr in der wirklichen Deutschlandpremiere drin. Es ist zwar eigentlich recht egal, aber wenn man ein Event ursprünglich als Deutschlandpremiere verkauft und man beim Kaufen der Karten glaubt, dass man damit in der ersten Vorstellung des Films in Deutschland sitzen wird, dann ist das doch unglücklich davor noch eine Vorstellung zu packen. Hier kommt dann auch ins Spiel, dass es bei der um 13:30 nötig war, Premium- oder VIP-Karten zu kaufen, um auf den besseren Plätzen im hinteren Drittel zu sitzen. Bei der 11:00-Vorstellung gab es diese Unterscheidung nicht, also hätte man die Möglichkeit gehabt, den Film früher und günstiger zu schauen (11:00). Natürlich verliert man da dann die weiteren Vorteile der anderen Karten, aber wenn man z.B. nur den Film schauen möchte, bezahlte man nun einen ziemlich großen Logenaufschlag (12 €->25 €).

Screenshot von Eventim

Wir entschieden uns übrigens für die  Premium-Tickets, denn wenn man schon extra nach Köln fährt, um einen Film zu schauen, dann wollten wir zumindest auch garantiert gut sitzen im Kino. Zudem hofften wir schon auf japanische Ehrengäste, denn wir überlegten, welchen Sinn es denn haben soll, zu einer Premiere der japanischen Fassung nur deutsche Synchronsprecher einzuladen. Gutgläubig wie wir sind, gingen wir auch davon aus, dass ein “garantierter Schnellzutritt zu einer der Autogrammstunden” reichen würde, um von jedem Ehrengast eine Unterschrift ergattern zu können. Die Aussagen zum Ablauf waren dann auch etwas missverständlich, z.B. steht bei Eventim:

Daraus könnte man schließen, dass man irgendwie in jede Autogrammstunde kommen konnte, wobei es ja komisch ist, dass es eine spezielle VIP-Autogrammstunde geben sollte, wie oben beim VIP-Ticket steht…

Mit den Ehrengästen wurde natürlich geworben und wie nicht anders zu erwarten, war der Großteil aus der deutschen Sprecherriege: Shinichiro Kashiwada (Produzent), Shingo Adachi (Character Designer), Patrick Keller (Kirito), Denise Monteiro (Asuna), Jennifer Weiß (Sinon), Christiane Werk (Yui), Nino Kerl (Moderator).

In den Tagen zuvor wurde erwähnt, dass nicht alle Ehrengäste bei allen Signierstunden anwesend sein werden sollten und das war dann tatsächlich auch so der Fall:

Damit war klar, dass man als Premiumbesitzer und normaler Besucher keinen Zugriff auf die japanischen Gäste bekommt. Der Witz ist aber auch, dass man als Besucher der “Hauptpremiere” um 13:30 auch keins von Christiane Werk bekommen konnte. Als schneller Käufer hatte man hier also auch einen Nachteil.

 

Wenn man zudem diese Erklärung hier wörtlich nimmt, hat man als VIP-Kartenbesitzer keinen Expresszugang zu Nicht-VIP-Signierstunden, was gar nicht so unwichtig ist, denn Nino Kerl und Christiane Werk waren bei keiner VIP-Signierstunde. Sollten die VIP-Karten nicht die besten sein? Für einige Premium-Kartenbesitzer wird auch etwas enttäuschend sein, dass man nun Gäste geboten bekommt, die auch schon öfters Signierstunden auf Conventions gegeben haben. Und Nino Kerl (a.k.a. Ninotaku) hat wenig bis nichts mit Sword Art Online zu tun, so dass man ihn eigentlich gar nicht als richtigen Ehrengast bezeichnen kann.

25 € waren dann für eine Premiumkarte einfach zu viel meiner Meinung nach, denn auch wenn mich deutsche Synchronsprecher interessiert hätte, hätte ich auf zahlreichen Cons schon eine Unterschrift von Jennifer Weiß und Patrick Keller bekommen können (es ist klar, dass Denise Monteiro eigentlich da gewesen wäre, aber es gab ja keinen Ersatz oder ähnliches) und die Schlange war bei unserer Signierstunde eh so kurz, dass man den Premiumstatus vermutlich gar nicht gebraucht hätte.

Genaugenommen spielte sich das hier schon alles im Vorfeld ab, wobei die Zeiten für die Signierstunden erst am Samstagmorgen aufgetaucht waren, so dass ich meinen Kram zum Signieren sinnlos mit nach Köln genommen habe und deswegen kam ich schon etwas enttäuscht beim Event an. Ungefähr um 12:20 tauchten wir dann im Kino auf und natürlich war es bei den vielen Vorstellungen über den Tag schon sehr voll. Man musste sich nicht vor dem Kino für die Vorstellung anstellen, sondern in der obersten Etage des Kinos, da es dort mehr Platz gegeben hat. Um 13:30 dann ca. wurde man dann in Gruppen nach unten in das größte Kino des Cinedoms geführt, Kino 4:

 705  9,8m*22,7m=222,5qm Dolby Digital 7.1 / Atmos  64 Stück Digital-Laser 4K/3D

Zwar fand ich wie beim Akiba Pass Festival 2017 in einem ähnlichen Saal den Stuhlbezug etwas zu rutschig, aber Beinfreiheit und Kinotechnik ließen keine Wünsche offen. Dank unserer Premiumkarten bekamen wir auch sehr gute Plätze im hinteren Drittel des Kinos. Die Werbung für peppermint anime Titel und SAO-Artikel, die am Stand draußen verkauft wurden, hatte schon begonnen, als wir uns hingesetzt hatten, aber ist ja nicht schlimm, wenn man so etwas verpasst. Nach etwas Moderation von Nino Kerl konnte der Film dann endlich losgehen.

Der Film

Im Jahr 2022 entwickelte der geniale Programmierer Akihiko Kayaba das weltweit erste, spezielle FullDive-Gerät, das „NerveGear“.
Dieses innovative Gerät brachte unendliche Möglichkeiten in der VR(Virtuelle Realität)-Welt mit sich. Seitdem sind vier Jahre vergangen …
Als Konkurrenz zum VR-Device „AmuSphere“, welches das Nachfolge-Modell des „NerveGear“ ist, wurde ein neues tragbares Multifunktionsgerät der nächsten Generation auf den Markt gebracht: Das „Augma“.
Die FullDive-Funktion wurde durch ein hochmodernes Device ersetzt, das die AR(Augmented Reality)-Funktion maximal ausschöpft.
Da man „Augma“ im Wachzustand verwendet, ist es deutlich sicherer und bequemer, wodurch die Userzahlen im Handumdrehen gestiegen sind.
Den Durchbruch erreichte es dank des speziell für „Augma“ entwickelten ARMMO-RPGs „Ordinal Scale (OS)“.
Auch Kirito möchte in die Welt des Spiels eintauchen, das Asuna und die anderen spielen, doch …

(von der offiziellen Website)

Da es sich hier um einen Filler-Film handelt, darf natürlich nichts passieren, was sich irgendwie auf die schon erhältlichen Light Novels auswirkt, denn die will man natürlich auch noch animieren. Trotzdem gelingt es, eine recht sinnvolle Handlung mit reichlich Spannung zu produzieren, der es sogar gelingt weniger Macken im Finale zu haben als man das sonst so oft von Sword Art Online kennt. Gekonnt werden nahezu alle Charaktere in die Handlung eingebaut und auch Kirito darf man mal etwas anders kennen lernen. Vor allem fand ich schön, dass auch Nebencharaktere wie Silica hier etwas mehr zu tun bekommen haben. Die neuen Charaktere sind durchaus ok, wobei sie einem wohl nicht sonderlich lange im Gedächtnis bleiben werden. Man merkt sehr deutlich, man möchte den Fans das bieten, was sie in vorherigen Arcs wohl eigentlich auch sehen wollten und gerade das Finale ist reinster Fanservice (die Version ohne nackte Haut).

Ich war erstaunt, wie gut der Film geworden ist und muss betonen, dass Ordinal Scale deutlich mehr visuell bietet als die TV-Serie. Er stellt auch viele andere Filler-Filme klar in den Schatten. Die Zeichnungen der Charaktere und Hintergründe sind viel detaillierter und zum Glück wurde auf unnötiges CGI wo möglich verzichtet. Die Action ist super inszeniert und viel zu lachen gibt es auch, was will man mehr in einem Filler-Film? (Ja, etwas für’s Herz gibt es auch noch.)

Die Stimmung im Kino zeigte auch, dass der Film sehr gut bei den Fans anzukommen scheint. Wer mit Sword Art Online nur ein wenig anfangen kann, sollte diesen Film gucken. Am 6.4. erhält man in vielen deutschen Kinos dazu auch noch mal die Gelegenheit.

Nach dem Film

Nun ging es weiter mit dem Q&A, welches wieder Nino Kerl moderierte. Auf der Bühne nahmen deswegen Shinichiro Kashiwada (Produzent), Shingo Adachi (Character Designer), Patrick Keller (Kirito), Jennifer Weiß (Sinon) und später Christiane Werk (Yui) Platz. Die ersten Fragen für die Gäste stellte Nino selbst. Diese waren recht ok, wobei sie teilweise etwas missverständlich gestellt waren, so dass die Gäste daraus dann das beste machen mussten. Auch klang es einmal so, als wäre die Light Novel zum Anime erschienen und nicht andersherum. Vielleicht sind wir in der Hinsicht sehr verwöhnt von den witzigen Einleitungen und mit Hintergrundwissen ausgestatteten Fragen von Jonathan Clements bei Scotland loves Anime, dem es auch gelingt ohne “Eigenwerbung” zu moderieren. 😉

Danach ging es dann zu den Zuschauerfragen über und es wurde dann richtig ärgerlich. CupcakeStar hob sofort die Hand, da sie wissen wollte, warum es zwar von Suguha ein Charakterdesign in einem bestimmten Outfit gibt, aber man sie nicht im Film in diesem zu sehen bekommt. Leider saßen wir dank der Premium-Tickets im hinteren Drittel und Nino hat es bis zum Ende geschafft, sie zu übersehen, obwohl sie die Hand fast die ganze Zeit oben hielt und sogar winkte. Auch kamen andere, die erst später die Hand hoben, dran und so viele Meldungen gab es eh nie zur gleichen Zeit. Das lag wohl auch daran, dass man anfangs vergaß Nino einen Helfer zu geben, der die Mikrofone zu den Fragestellern bringen konnte. Etwas seltsam war aber, dass er immer mit beiden Mikros loslief und nicht einfach eins bei den Ehrengästen ließ, damit diese mit dem Antworten nicht warten müssten, bis er wieder ein Mikro zurückgebracht hat. Professionell wirkte das Ganze da wirklich nicht und ich kann natürlich nicht beurteilen, wie gut man Leute im hinteren Drittel sehen konnte, aber man sollte auf so etwas schon achten. Ist doch irgendwie sinnfrei, wenn man dann bei den Fragen als Premium/VIP-Kartenbesitzer benachteiligt ist. Da CupcakeStar sich ohne Erfolg gemeldet hatte, stürmte sie dann nach Ende des Panels nach vorne und bat die Übersetzerin ihre Frage noch stellen zu dürfen. Zum Glück war dies möglich und Shingo Adachi musste dann erstmal lachen, dass jemanden das Fehlen von Suguha in dem Outfit aufgefallen ist. Das läge daran, dass Suguha eigentlich eine bessere “Schwertkämpferin” wäre in der realen Welt (die ja bei Augmented Reality eine größere Rolle als in VR spielt) und damit Kirito nicht mehr so leicht im Mittelpunkt hätte stehen können. Deshalb hätte man Suguha einfach woanders hingeschickt, als dies bei der Story-Planung aufgefallen war. (Diese Erklärung mag nun etwas verwirrend klingen, aber sobald man den Film gesehen hat, macht diese Sinn. ;)) Shingo Adachi fiel natürlich auch auf, dass CupcakeStar im Lisbeth-Cosplay aus Ordinal Scale vor ihm stand. 😉

Wer mehr über die anderen Fragen und Antworten lesen möchte, den leite ich mal auf diese Seite weiter.

Nach dem Film hatten wir natürlich noch die Gelegenheit uns die Stände noch etwas genauer anzuschauen, wobei es doch sehr voll war. Genau genommen warteten wir damit sogar bis nach 17:00, bis wir uns die gebotenen Waren etwas genauer anschauten:

Wir entschieden uns für das Souvenirheft für 12 € und einen Anhänger für 8€.

Da man sich den Anhänger nicht aussuchen konnten, tauschte man einfach mit anderen Käufern so lange, bis man seinen Liebling hatte. ^^

Diese Artikel werden wohl größtenteils in den japanischen Kinos verkauft und ich finde es schön, dass man sie uns hier auch angeboten hat. Es war nur meistens an dem Stand etwas zu voll und den Anfang der Schlange konnte man auch oft nicht erkennen. Das Büchlein selbst ist übrigens sehr schön verarbeitet und hat ca. 52 farbige Seiten. Hier sind ein paar Beispiele

Zusätzlich gab es auch noch einen Figuya-Stand und eine Fotoecke.

Eine Signierstunde stand für uns auch noch auf dem Programm (17:30-18:30), die mit reichlich Verspätung begann und Nino Kerl anfangs noch nicht mal dabei war, da er noch beim Live-Stream von peppermint anime mitgemacht hatte. Es hieß aber, man könnte sich dann später bei Bedarf noch ein Autogramm von ihm holen (ich verzichtete). Da ich von Sword Art Online immer nur die japanische Synchronisation geschaut habe, kam mir dann die Idee, das von von Patrick Keller (Kirito) und Jennifer Weiß (Sinon) unterschriebene Motiv einfach hier zu verlosen:

Wer die Karte möchte, soll einfach den Artikel mit diesem Wunsch kommentieren, der erste gewinnt. Ich schicke sie dann per Post zu. Bitte beachtet, dass die Kommentare erst freigeschaltet werden müssen, wenn hier noch nicht mit der gleichen Emailadresse etwas geschrieben wurde, so dass der Gewinn vielleicht schon weg ist, ohne dass ein Kommentar zu sehen ist. Ich werde aber versuchen das Ganze im Blick zu behalten.

(Personenbezogene Daten werden nur für die Benachrichtigung bei Gewinn verwendet.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Teilnehmen dürfen Nutzer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz.)

Wenig später war dann das Event für uns vorbei und trotz meiner Kritik war das Ganze schon sehr lohnenswert, vor allem weil der Film so gut geworden ist. Ich würde mir nur wünschen, dass man die Leistungen der verschiedenen Kartenstatus das nächste Mal besser erklärt und gerne kann Basti wie beim Akiba Pass Festival wieder moderieren. Und wenn wieder mal Vorstellungen später hinzugefügt werden, sollte man einfach an die Erstkäufer denken und zum Beispiel das Tauschen ermöglichen, bzw. den “Schnellen” dann mehr bieten. Immerhin müssen die Kosten für das Event ja sinken, wenn mehr Vorstellungen angeboten werden können und mehr Merchandise durch die größere Besucheranzahl verkauft werden kann. Hierbei sollte man aber auch nicht vergessen, dass es schnell zu voll werden kann an den Ständen, wenn immer mehr Vorstellungen an einem Tag stattfinden.

Meine Kritik soll dazu dienen, dass man sich vielleicht etwas davon zu Herzen nimmt und es das nächste Mal nachbessert. Natürlich finde ich nämlich wirklich toll, dass peppermint anime solche Events anbietet und damit setzen sie sich deutlich positiv von der Konkurrenz ab. Immerhin konnten wir den Film z.B. sogar deutlich früher schauen als Fans in anderen Ländern.