Ja, so präsentiert sich der Filmtitel ganz am Anfang…^^

Ich war mir nicht sicher, wie ich den K-ON!-Film hier behandeln wollte, aber nachdem ich ihn gesehen hatte, wollte ich dann doch noch einen Artikel schreiben. Da es schwierig ist, ein Review zu schreiben, wenn man das Bonusmaterial nicht versteht, habe ich hier mal fix nen Gemisch zwischen First Look und Review verfasst. Und das Ding ist echt mit heißer Nadel gestrickt worden, denn der inhaltliche Teil ist recht allgemein auf K-ON! bezogen und eher Geblubber über die Faszination des Franchises meiner Meinung nach. Das alles ist recht fix runter getippt worden und ich habe hier generell etwas Mut zur Lücke gelassen, aber ich finde, in einem Blog darf man das.^^;

Verpackung und physikalische Extras

Wie es sich für eine Limited Edition gehört, hat man bei den Extras und der Verpackung wirklich nicht gespart. 

  

Wie geschmackvoll die Box nun ist…darüber lässt sich streiten. Sie passt aber schon gut zur Serie.

Ganze 3 Book(let)s. *_*

Es geht doch nix über pinke Blu-ray-Hüllen…

In der Hülle befinden sich die Noten zu 2 Liedern aus dem Film, kleine Versionen der “Appreciation Tickets” und 5 Bromide: 

Weiter geht’s mit den 2 “Booklets”:

Das 1. Booklet ist eine kleine Version von dem, das in den Kinos verkauft wurde. Es hat 40 Seiten: Einleitung, Handlung, Charaktere/Seiyuus, Staff Interviews, Production Note (Infos zu den Orten, Artworks etc.), Collaboration (Merchandise), Credits.

Das 2. Booklet hat 24 Seiten und zeigt hauptsächlich die verschiedenen Bekleidungen der Charaktere, bzw. die Charakterdesigns der neuen Figuren. Dann folgt eine Karte von London und Skizzen von verschiedenen Schauplätzen.

Zuletzt folgt das Storyboardbuch, deren Seitenzahl ich gerade nicht genau benennen kann, es war im Netz sowohl von 540 und 700 die Rede und ich bin zu faul zum Zählen…es ist zumindest ein wirklich dickes Taschenbuch…

Die Verarbeitung der Extras ist wie gewohnt sehr gut und vor allem die Booklets machen einen sehr hochwertigen Eindruck.

Inhalt mit ein paar allgemeinen Gedanken zu K-ON!

Inhaltlich muss man zu einem Film zu K-ON! eigentlich nicht viel sagen, und dass es u.a. nach London geht, hat wohl auch fast jeder wohl mitbekommen. Allerdings kommt vor der Reise noch recht viel und auch danach ist man noch weit vom Ende entfernt. Als kleine Rahmenhandlung dreht es sich das Ganze dann noch um das Abschiedsgeschenk für Azusa, und ähnlich wie in der 2. Staffel wird etwas „Drama“ eingestreut, da das jüngste Mitglied ja „alleine“ auf der Schule zurückbleiben wird, und da sie eh etwas „abseits“ steht in der Gruppe. Überhaupt bietet der Film am meisten für Fans von ihr (zu denen ich gar nicht unbedingt gehöre) und von Yui, die wie in den beiden Serien am ehesten als Hauptperson durchgehen würde. Überraschenderweise steht Mio recht stark im Hintergrund, und hat nicht mehr „wichtige Szenen“ als Ritsu oder Mugi meinem Gefühl nach.

Richtig toll fand ich an dem Film, dass er die Stärken der TV-Serie noch weiter ausbaut, die für mich wären, dass recht normale Erlebnisse unterhaltsam verpackt werden. Wenn Yui im Flugzeug aufwacht, den Lichtschutz des Fensters öffnet und einen Sonnenaufgang (oder war’s ein Untergang?) über den Wolken sieht, es Azu-nyan zeigen will, die aber schläft und es dann doch lässt, dann ist das eine sehr normale, extrem unspektakuläre Szene, die aber einfach zeigt, wie aufregend so ein langer Flug ist und die Erfahrungen dort sind, wenn man daran nicht gewöhnt ist. Auch die Begeisterung über die Ankunft in London wird wohl jeder so ähnlich erlebt haben, wenn man in einem fremden Land aus einem Flughafen kommt. Alles ist neu und sieht irgendwie anders aus. Nun mag man sagen, die Mädels sind etwas zu aufgeregt, albern mehr rum als reale Menschen in einer solchen Situation und sind dabei auch noch niedlicher, aber wie so oft in Filmen muss man so etwas immer etwas übertreiben, sonst wäre es auch zu langweilig.

In der Realität trifft man nun mal selten 5 Charaktere, die so gut zueinander passen und wo keine richtigen Probleme zu existieren scheinen, und die übertriebene Charakterzüge haben, die auch jede Menge Humor im Miteinander erlauben. Keiner der Charaktere ist wirklich realistisch, aber das wäre auch langweilig, bei so wenig Handlung drumherum, aber das Verhalten ist trotzdem sehr nachvollziehbar und teilweise zeigen die Charaktere auch Dreidimensionalität, indem sie sich out-of-character verhalten dürfen. Mio ist hier ein tolles Beispiel, die sich meistens zurückhält, aber trotzdem manchmal aus sich herauskommt und das wirkt dann nicht konstruiert, sondern es macht sie menschlicher. In der 2. Staffel fand ich ihre Begeisterung während des Festivals z.B. sehr gut umgesetzt, und in manch anderer Szene bröckelt ihr „cooles“ Verhalten und sie lässt sich von den anderen anstecken. Mugi ist ein anderes Beispiel, da sie in der 1. Staffel sehr im Hintergrund war, und in der 2. Staffel plötzlich anfängt die Verrücktheit von Yui nachzuahmen, aber man merkt genau, dass sie eher nachäfft, als dass sie selbst auf solche Ideen kommen würde. Es ist ja auch interessant mit anzusehen, dass sie öfter ihre Wünsche äußert, aber trotzdem ihre sehr fürsorgliche und herzliche Aura behält.

Man hat die Charaktere wohl genommen und anhand der Infos aus dem weitaus weniger umfangreichen Manga die Charaktere weiter entwickelt und ihnen erlaubt, dass sie etwas ihren Charaktertypen ausbrechen dürfen, denn wohl jeder hat schon einmal miterlebt, dass man im Freundeskreis Menschen kennen lernt und das Verhalten untereinander ändert sich über die Jahre und gerade dies setzt K-ON! erstaunlich realistisch um, und das ist vermutlich das Geheimnis des Franchises. Es gibt viele Serien und Filme über Freunde, aber dort wird meistens etwas eingebaut, dass Drama erzeugt oder ein Abenteuer muss erlebt werden. Bei K-ON! dagegen gibt es nur Slice-of-Life in seiner reinsten Form, denn abseits von Yui’s Begeisterung für Azusa und Mio’s Angstattacken erleben die Charaktere hauptsächlich Dinge, die man in ähnlicher Form selbst erlebt haben könnte. Und dann erinnert man sich an die eigenen Erlebnisse und wird vielleicht sogar etwas melancholisch, im positiven Sinne. Auch wenn ein Musikclub z.B. kein Teil meines Schulalltags war, gibt es trotzdem genug Sachen, die man einfach nachvollziehen kann, da sie recht nah am Leben sind.

Einen weiteren Fehler vieler 4-Koma-Umsetzungen geht K-ON! vor allem in der zweiten Staffel und auch im Film aus dem Weg: Man versucht nicht auf Biegen und Brechen ständig Pointen unterzubringen. Die Charaktere reden eher natürlich miteinander und irgendwann kommt dann wieder etwas Humor, aber die Chemie zwischen den Protagonisten steht immer im Vordergrund. Viele andere Umsetzungen solcher Manga sind viel zu anstrengend, da man 23 Minuten-lang immer die gleiche Struktur in den Szenen serviert bekommt. Ich denke, Kyoto Animation hat dies bei Lucky Star gelernt, was später auch erfolgreich geschafft, längere Handlungen abzubilden, die sich nicht immer nur um Humor gedreht haben (z.B. die Szene mit Konata’s Mutter fand ich super umgesetzt). In den ersten Folgen war Lucky Star noch recht anstrengend, aber später war das Timing dann besser und dies wurde dann bei K-ON! noch weiter ausgebaut. Es gibt zwar Slapstick, das typische Verhältnis zwischen den abgedrehten Charakteren und den Bodenständigen, und sogar SD, aber alles wohl dosiert und abwechslungsreich serviert. Man muss nicht immer witzig sein, man kann auch ruhig etwas Melancholie reinstreuen oder Szenen einfach wirken lassen.

Gerade die “Abschiedsszenen” fand ich sehr gut umgesetzt und gar nicht mal übertrieben, wenn man sich überlegt, wie gut befreundet die Charaktere sind, und diese Szenen kann man wohl auch recht gut nachvollziehen, wenn man seine Schulzeit nicht komplett gehasst hat. Man darf auch nicht vergessen, dass K-ON! trotz der familienfreundlichen Handlung eher für Erwachsene gemacht wurde (der Manga erscheint in einem Magazin für diese Zielgruppe), die sich etwas wehmütig an ihre Schulzeit zurück erinnern sollen, auch wenn sie wohl bei niemanden so zuckersüß war, aber Anime bzw. Filme und TV-Serien wollen oft auch Träume verkaufen, ob es nun wie hier eine spaßige Zeit mit Freunden ist, oder wie in anderen Werken, der stärkste Kämpfer zu werden, die Welt zu retten oder einfach nur das Haremende zu erreichen.

Und wenn man sich anschaut, wie beliebt K-ON! beim weiblichen Publikum ist, dann zeigt sich hier, dass die Serie wirklich nicht darauf beruht, dass Otakus ihre Moe-Mädchen serviert kriegen, sondern dass hier mehr geboten wird, als nur niedliche Mädchen, die niedliche Dinge tun. Mit dem reinen Moe-Rezept wäre das Franchise niemals so erfolgreich geworden.

Nun habe ich etwas die Musik ausgelassen, die im Film sogar mehrmals auftauchen darf, aber ich denke, diese half eher beim finanziellen Erfolg der Serie und ist nur eine Zutat von vielen. Ich finde es allerdings interessant, wie gut es die Serie geschafft hat, wirkliche Ohrwürmer zu produzieren, die deutlich aus dem Anime-Song-Einerlei herausstechen. Im Film kriegt man da eine Art Best-Of geliefert. Die Auftritte im Film selbst waren sehr gut in die Handlung integriert, und alles machte einen für Filmverhältnisse logischen Eindruck, auch die Reaktion der Leute fand ich schön normal umgesetzt – bis zum Budokan ist es noch ein weiter Weg. ^^;

Nun gehe ich noch etwas mehr auf den Film ein, denn ein paar Unterschiede zur TV-Serie gibt es dann doch. Zum einen wurde nun wohl durchgehend in 1080p animiert, denn die Character-Outlines sind sehr fein und die Hintergründe noch mal detailreicher als in K-ON!!. Der Computer wurde auch etwas öfter eingesetzt, denn ein paar Kamerafahrten sollten das Ganze dann doch etwas optisch interessanter machen und die Fahrzeuge wurden recht gut umgesetzt. Disapperance hatte im Vergleich aber doch imposantere Szenen zu bieten, aber das hätte bei K-ON! auch einfach zu aufgesetzt gewirkt. In London wurde wohl auch ordentlich Location Scouting gemacht und es war mal interessant, eine mir bekannte Stadt durch den KyoAni-Filter gejagt zu sehen. Wie nicht anders zu erwarten, kriegte man hier wieder eine aufgehübschte „Realität“ zu sehen – ganz so wie ich es mag.^^

Im Vergleich zur Serie wurden die Animationen noch einmal detaillierter und die Charaktere sitzen eigentlich selten richtig still. Beim Charakterdesign fielen mir keine Änderungen auf.

Witzig fand ich übrigens, dass die Londoner doch größere Nasen spendiert bekommen haben und auch wirklich größer sind als die Mädels, hier hat man sich doch wieder um etwas (klischeebehaftete) Realität bemüht. Auch sehr fein fand ich die Kommunikationsprobleme, denn Japanisch hat dort natürlich niemand gesprochen, wobei das Englisch der Einheimischen nicht ganz natürlich flüssig klang, aber vielleicht haben sie auch einfach nur versucht deutlich zu sprechen, wenn sie 5 Ausländerinnen gegenüber stehen. Absolut großartig waren wieder die bekannten Seiyuus, die wieder traumhafte Leistungen gezeigt haben. Vor allem Aki Toyosaki sollte man einfach für ihre Yui-Performance mit Preisen überhäufen, ihre Stimme strahlt eine unglaubliche Vitalität aus, aber auch der „Rest“ ist wie gewohnt sehr überzeugend. Für mich ist das einer der besten „Dubs“, die ich kenne, da die Seiyuus einfach sehr motiviert und überzeugend bei der Sache sind. Wie es sich für einen Kinofilm zu einer Serie gehört, dürfen übrigens auch nahezu alle wichtigen Charaktere aus den beiden Staffeln auftauchen.

Insgesamt muss ich sagen, dass der Film meine Erwartungen leicht übertroffen hat, da er doch ein paar Teile der „Handlung“ der zweiten Staffel sinnvoll erweitert hat (wobei ich mich nicht mehr so gut an die letzten Folgen erinnern kann) und gar nicht als eine Story ohne Auswirkung auf die „Handlung“ drumherum wirkt. Wenn man beide Staffeln mag, wird man auch den Film mögen, wer einige Aspekte in den beiden Serien nicht mochte, könnte auch im Film einiges finden, was nicht gefällt, da er wenige neue Zutaten bietet. Langweilig wird er übrigens nicht, da die Orte recht oft wechseln, und man vieles ausgebaut hat, da man über Länge eines Filmes besser auf vorherige Szenen Bezug nehmen kann. Ich weiß nicht, wie man einen Slice-of-Life-Kinofilm besser machen könnte und besonders wichtig finde ich es an solchen Filmen, dass man sagen kann, dass er eine Bereicherung für das Franchise ist. Im Prinzip kriegt man hier fast 110-Minuten K-ON!, super technisch umgesetzte und durchgehend gelungene Szenen, die zu den Besten aus dem K-ON!-Universum gehören. Nur zwischendurch geht dem Film mal kurz zwei bis dreimal die Luft aus, was aber bei der Länge noch ok ist.

Persönlich fand ich den Film auch sehr unterhaltsam, da ich selbst in London während meiner Schulzeit mit Leuten aus meinem Jahrgang war und Jahre später noch mal mit Freunden dort Urlaub gemacht habe, deswegen erinnerte ich mich doch an viele der Orte, die im Film zu sehen sind.

Bei dem so feinen Abschluss habe ich das Gefühl, dass es wohl das letzte animierte Stück K-ON! sein könnte, das wir sehen könnten – was ich aber auch ok finden würde, denn dies wäre ein sehr würdiger Abschluss.

Etwas Technik:

MPEG-4 AVC Video        32058 kbps          1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1
LPCM Audio                      Japanese        6912 kbps       5.1 / 48 kHz / 6912 kbps / 24-bit
LPCM Audio                      Japanese        2304 kbps       2.0 / 48 kHz / 2304 kbps / 24-bit
Dolby Digital Audio             Japanese        640 kbps        2.0 / 48 kHz / 640 kbps (Audio)
Dolby Digital Audio             Japanese        640 kbps        2.0 / 48 kHz / 640 kbps (Audio)
Dolby Digital Audio             Japanese        640 kbps        2.0 / 48 kHz / 640 kbps (Audio)

Da der Film keine englischen Untertitel liefert (nur jap.) habe ich den Film über meinen Media-Center-Rechner im Media Player Classic geschaut . Die CoalGuys Subs waren ganz in Ordnung und wer seine Blu-ray auch so gucken will, der kann hier die .ass-Datei und die Schriftarten herunter laden. Letztere müssen dann einfach dem Windows-Schriften-Ordner hinzugefügt werden und schon erscheint das ganze Typesetting auch, wenn man die .ass-Datei geöffnet hat.

Das Bild ist ausgesprochen scharf und die Komprimierung macht gute Arbeit, wobei die Verläufe an sehr wenigen Stellen nicht ganz optimal sind. Ein leichtes digitales Rauschen lässt sich teilweise feststellen, dass aber nicht weiter auffällt.

Der unkomprimierte 5.1-Mix hält sich dank der ruhigen Handlung etwas zurück, nutzt aber die hinteren Boxen oft für Umgebungsgeräusche, wenn es passt.

Die Menüs sind recht simpel, aber dafür sehr übersichtlich.

Extras:

Film-Disc:
Audiokommentar mit den Seiyuus
Audiokommentar mit den Kreativen (u.a. Regisseurin)
Audiokommentar mit den Produzenten

Extras-Disc:
Teaser I (0:31)
Teaser II (0:32)
Wie-benehme-ich-mich-Kino-Video im „Ura-On-Stil“ mit Teaser im Anschluss (1:32)
Trailer (1:28)
kurzer Trailer (0:31)
5 TV Commercials (jeweils 0:16)
Seiyuus besuchen eine Ausstellung zum Film – Houkago Tea Time in Universal Studios Japan (9:25)
Seiyuus bei Pressekonferenz – Houkago Tea Time in TBS press conference (18:59)
japanische TV-Sendung zum Film (23:58)
noch eine japanische TV-Sendung zum Film (14:41)
Premiere mit u.a. Seiyuus (21:39)
creditless OP (1:45)
creditless ED (1:44)
Location Scouting in London (im Schnee!)(28:58)
Gesprächsrunde mit den Seiyuus (22:37)

Teilweise Quelle zu Namen der Extras: ultimatemegax im AOD-Forum

Spezifikationen

Länge:  1:50:20.113
Größe des Films: 37.871.222.784 Bytes
Gesamte Disk (nur 1.): 38.026.739.260 bytes
Untertitel:

Japanisch

Ländercode:
A, B, C

BDInfo
CD-Japan-Link