Eigentlich sollte der Review schon vor der Veröffentlichung der Scheiben online sein, aber die Rezensionsexemplare sind noch nicht da, so dass ich mir erst mal Johannes’ Blu-ray leihen musste, damit ich zumindest schon mal diese behandeln kann. Irgendwann werde ich den Artikel dann noch mit mehr Eindrücken zur deutschen Synchronisation und der DVD-Fassung erweitern und dabei ist er mit über 4000 Wörtern schon lang genug. ^^;

Wie immer habe ich mir einiges etwas genauer angeschaut und damit kann man wirklich sehr viel Zeit und Worte investieren…

Bei der Blu-ray muss man sich zumindest nicht lange mit der Verpackung aufhalten^^:

Man wählte das Cover der japanischen Limited Edition Blu-ray, das von Noizi Ito (der Illustratorin der Light Novel gezeichnet wurde). Ich finde es zwar immer noch recht sinnfrei den Titel des Films ins Deutsche zu übersetzen, aber da das bei der TV-Serie auch schon gemacht wurde, muss man das wieder machen. Wie bei Melancholy gibt es ja auch bei Disappearance einen offiziellen englischen Titel, aber nun gut…

Der Zusatz “The Movie” ist auch recht unnötig, aber da Filme sich ja weitaus besser verkaufen, könnte das den ein oder anderen Kunden vielleicht sogar noch überzeugen. Im Gegensatz zu fast allen anderen Filmen zu TV-Serien, ist dies aber eine richtige Fortsetzung mit komplexer Handlung, also das Gegenteil von einem One Piece oder Detective Conan Film ^^;.

Die Bilder auf der Rückseite sind teilweise etwas spoileranfällig, aber es hält sich noch im Rahmen.  Die Zusammenfassung ist in Ordnung, wobei wenn man es genau nimmt, erkennt Yuki Kyon schon wieder.

Die technischen Angaben machen auch einen korrekten Eindruck auf mich.

Wie man sehen kann, gibt es auch ein Wendecover, Booklet oder ähnliches fehlt.

Der Inhalt

Haruhi wäre nicht Haruhi wenn sie so bei so einem “Fest” wie Weihnachten nicht eine eigenen Party veranstalten würde, denn was tut man denn nicht alles gegen die Langeweile! Während die Planungen also rund eine Woche vorher beginnen und die Mitglieder der SOS-Brigade natürlich an diesem Tag noch nichts vorhaben, verteilt Haruhi die Aufgaben. Während Mikuru Weihnachtsmann spielen soll (in einer sehr weiblichen Form), muss Kyon noch Girlanden besorgen. Am nächsten Tag in der Schule ist Haruhi plötzlich abwesend, eine Person ist da, die eigentlich nicht da sein sollte, und der Rest der SOS-Brigade tut so, als wären sie Kyon nie begegnet oder als hätte man sonst nicht viel miteinander zu tun. Auch scheinen sie alle von ihren außergewöhnlichen Herkunft nichts mehr zu wissen und für Kyon stellt sich die Frage, wie er sein altes Leben zurück bekommen kann und ob er das überhaupt möchte…

Eigentlich sollte “Disappearance” schon ein Teil der 2. Staffel sein, aber während der Planung entschied man sich der wohl bisher beliebtesten Light Novel aus der Reihe einen Film zu gönnen. Endless Eight wurde dann ausgedehnt, um die 14 Folgen zu komplettieren und um die Light Novel Leser noch etwas länger hinzuhalten. Eigentlich ging damals nämlich jeder davon aus, dass die 2. Staffel diese Geschichte schon enthalten müsste. Als sie dann fehlte und Endless Eight viele verärgert hatte, spannte man die Fans bis zum Ende der TV-Ausstrahlung (welche damals die Staffel 2-Folgen mit der 1. Staffel kombinierte) auf die Folter, denn dann kam nach “Someday in the Rain” der Teaser für den Kinofilm.

Über diese Art des Marketings lässt sich nun streiten, aber es passt schon gut zum Franchise und als der Kinofilm dann endlich im Februar 2010 anlief, waren die Fans doch wieder sehr zufrieden und bescherten ihm eine lange Laufzeit im Kino und einen für Animeverhältnisse sehr großen Erfolg. Erst Mitte Dezember des selben Jahres erschien der Film dann auf DVD und Blu-ray in Japan, natürlich am 18. Dezember, ein Datum, das sehr gut zum Film passt. Es dauerte dann noch eine Weile bis Kazé sich die Rechte für die 2. Staffel und den Film gesichert hatte, denn Endless Eight bereitete dem Label doch etwas Kopfzerbrechen, aber die große Beliebtheit des Films ermöglichte dann doch die Lizenzierung. Am 27. April erschien nun hierzulande die 2. Staffel auf DVD und der Film auf Blu-ray und DVD.

Tja, was soll ich als Inhaber einer, nennen wir’s mal Haruhi-Fanseite (u.a.), zu dem Film noch groß sagen, was ich nicht schon vorher gesagt habe? Ich bin ja damals sogar mit JimmPantsu nach Edinburgh geflogen, um den Film auf der großen Leinwand vor der Heimkinoveröffentlichung sehen zu können…

Fangen wir doch einfach mit dem einzigen negativen Punkt an, der öfters mal genannt wird, die Länge. Mit über 2,5 Stunden ist “Disappearance” einer der längsten Animefilme überhaupt und widersetzt sich einem Problem, mit dem viele Anime im Kino zu kämpfen haben. Die Animation einer jeden Minute kostet Geld und deswegen leiden viele Adaptionen darunter, dass man lieber die Handlung recht fix runter erzählt, anstatt auch Neulingen den Einstieg zu erleichtern. Wenn man sich z.B. Fate/stay night – Unlimited Blade Works, One Piece Movie 8 oder Mardock Scramble anschaut, hat man als unbedarfter Zuschauer schnell Probleme die Handlung komplett zu verstehen, sondern man kriegt eher ein Best Of an Szenen (auch die Harry Potter-Filme litten darunter mal mehr, mal weniger) und keinen für sich alleinstehenden Film. Wie gesagt, das Problem ist eher finanzieller Natur und die japanischen Fans kennen meistens eh das Quellmaterial schon, so dass dieser Faktor nicht ganz so schlimm ist für sie, aber z.B. die Visual Novel von Fate/stay night ist gar nicht offiziell im Westen erhältlich, so dass man hier weniger auf Vorwissen bauen kann. Bei Disappearance hat man sich nun die Light Novel vorgenommen, und nahezu jede Szene umgesetzt und sogar den Prolog noch etwas erweitert, um wirklich die ganze Geschichte des Buches abzubilden. Natürlich gibt es Unterschiede in den Medien und einiges funktioniert in Filmen visuell besser und natürlich ist auch das Timing ein anderes, so dass der Film vor allem in der ersten Hälfte etwas länger braucht, bis Kyon endlich an dem Punkt angekommen ist, um die Geschichte voran zu treiben. Hier hätten viele Filmmacher wohl die Schere angesetzt und einige von der Aussage her redundante Szenen minimiert. Kyoto Animation dagegen entschied sich dafür einfach alles zu animieren, vielleicht auch einfach, um auch den letzten Fan zufrieden zu stellen. Wenn man sich Endless Eight anschaut, wäre es dann aber auch komisch gewesen, wenn man dann im Kinofilm plötzlich auf die Laufzeit achten würde… ^^;

Persönlich habe ich kein Problem mit der ausführlichen Darstellung der Handlung, denn für mich hat jede Szene Sinn und ist auch wichtig, um sich besser in Kyon rein versetzen zu können. Da ich mich während des Films auch keine Sekunde gelangweilt habe, wird Kyoto Animation auch für viele Fans hier alles richtig gemacht haben. Wen die Länge stört, der muss den Film ja einfach nicht so oft gucken, denn bei einem solchen Werk ist es vielleicht besser, es den Fans recht zu machen, und lieber zu viel zu bieten, als irgendetwas wegzulassen. Zudem hält der Film seine hohe Produktionsqualität durchgehend in jeder Szene durch, so dass die Länge in dieser Hinsicht kein Nachteil ist. Ich sage mal, besser zu viel als zu wenig…

Wenn’s um die technische Umsetzung geht, enttäuscht Kyoto Animation natürlich nicht, denn man merkt die jahrelange Übung mit TV-Serien und vor allem der 2. Staffel von Haruhi einem Anime das Besondere zu verleihen, macht sich hier bezahlt. Die Kameraperspektiven sind großartig und ungewöhnlich gewählt, ohne gleich die Abgedrehtheit von manch SHAFT-Werk zu erreichen, sondern sollen einfach die nur die Optik interessanter machen. Jeder Schnitt macht hier Sinn und man kann immer erkennen, wo welcher Charakter sich befindet. Vor allem der Auftritt von Asakura ist absolut großartig gestaltet worden mit tollen Perspektiven und realistischen Animationen. Es gibt deswegen viele Szenen in dem Film, die man nicht so schnell vergisst. Natürlich spielen dabei auch wieder die sehr realistischen Hintergründe eine große Rolle, die nicht versuchen wie ein Foto zu wirken, sondern wie bei KyoAni üblich, einen leicht aufgehübschte Form von Realismus bieten. Sie sehen aber  immer noch ausreichend gezeichnet aus, damit die Charaktere nicht zu Fremdkörpern werden. Auch wenn ein Makoto Shinkai noch mehr Eye Candy teilweise bieten kann, klappt bei KyoAni das Zusammenspiel von flüssigen, detaillierten Charakteranimationen und hübschen Hintergründen einfach besser, meiner Meinung nach. Zudem gelingt es dem Film vor allem den Hintergrund immer wunderbar mit Leben zu füllen. In der Schule laufen z.B. andere Schüler herum und unterhalten sich. Sie sehen nicht aus wie unwichtige Statisten, sondern ihnen wurden genauso viele Details und Aufmerksamkeit gewidmet wie den Hauptcharakteren. Im Allgemeinen kann man dem Film durchgehend Bestnoten bei der Charakteranimationen geben, denn alles wirkt natürlich und nicht hölzern. Viele Details wie wenn die der obere Teil von Yuki’s Ohren rot wird, wenn sie im Gesicht rot anläuft, verleihen den Charakteren immer noch etwas mehr Lebendigkeit, als man in Anime sonst gewohnt ist. Die Kinoqualität wird hier konsequent durchgehalten und einige Szenen stechen durch ihre tolle Ausführung hier noch klar hervor. Vor allem die Mimik ist sehr schön umgesetzt worden und man kann den Charakteren immer ansehen, was sie gerade fühlen.

Das Charakterdesign ist zwischen der 1. und der 2. Staffel angesiedelt, aber vor allem bei Nahaufnahmen sehr viel detaillierter. Sehr gelungen fand ich den Einsatz des Computers, um Spiegelungen, den Gang durch Korridore oder Autoscheinwerfer umzusetzen. Nur die Autos sehen für mich nicht ganz perfekt aus, aber ansonsten fügen sie sich perfekt in die Optik des Films ein. Ansonsten hilft CGI hier noch, um Kamerafahrten oder Bildverzerrungen zu ermöglichen, die man ansonsten eher selten in Anime sieht, dem ganzen aber eine sehr realfilmnahe Kameraführung erlauben.

Die Musik hält sich oft eher im Hintergrund, sorgt aber in vielen Schlüsselszenen für eine gelungene orchestrale Unterstützung um den eher emotional dramatischen Szenen mehr Wucht zu verleihen. Sehr gut fand ich auch die Wahl von “Bouken de-show de-show?” im Opening, da so direkt die Brücke zur ersten Staffel geschlagen wird, womit natürlich nostalgische Gefühle ausgelöst werden sollen, nach dem Motto: “Ihr kriegt jetzt mehr von dem, was ihr damals so mochtet”. Überhaupt hat man sich wohl einige Gedanken gemacht, wie man sich auch soundtechnisch von der TV-Serie abheben kann, denn vor allem der größere Anteil an Umgebungsgeräuschen und Gesprächen, die im Hintergrund stattfinden, sorgen dafür, dass die Welt sich für einen Anime sehr lebendig anfühlt.Die Seiyuus sind wie bei den beiden Serien auch sehr motiviert bei der Sache und liefern durchgehend weit überdurchschnittliche Leistungen ab.

Inhaltlich führt der Film das Franchise sehr sinnvoll fort und zeigt eine klare Charakterentwicklung in Kyon, die nicht aufgesetzt wirkt, sondern einen auch denken lässt: endlich! Zuvor habe ich mich nämlich auch oft gefragt warum Kyon bei vielen Freizeitaktivitäten der SOS-Brigade immer seine zynische Seite zeigt und vor allem Haruhi’s Bemühungen für Spaß zu sorgen nicht schätzt. Klar ist Haruhi ein herrischer Charakter, aber sie macht im Verlauf der 1. und 2. Staffel eine positive Entwicklung durch und so viel Zynismus nicht verdient. Wie es selbst im Film gesagt wird, ist die Schulzeit hier eine Zeit, an die man sich gerne zurück erinnert und dieser Aspekt ist in vielen Anime wichtig. Man darf auch nicht vergessen, dass Kyon die Tsundere in der Serie ist und weniger Haruhi und genau dieser Teil wird hier nun mal mehr beleuchtet. Dabei tritt der Humor sogar über große Strecken stark in den Hintergrund und es ist wirklich eher ein Mystery-Drama als eine Highschool-Comedy mit Mystery-Elementen wie die beiden TV-Staffeln. Und da Kyon ein interessanter Charakter ist, die Dialoge toll geschrieben sind wie immer und Tomokazu Sugita Kyon mit so viel Leben erfüllt, klappt dieser Schwenk ausgezeichnet. Auch wenn Yuki ein wichtiger Charakter in dem Film ist und ihre neue Seite einfach nur unglaublich niedlich ist, handelt der Film von Kyon. Wann darf ein männlicher Hauptcharakter mal so im Rampenlicht stehen? Und zwar nicht von der Seite aus, dass er nur dafür da ist, damit irgendwelche Mädchen aus oft unerfindlichen Gründen ihn umschwirren, sondern weil er jemand ist, der eine eigene Meinung über die Welt um ihn herum hat, darüber reflektiert und auch ohne “Harem” funktioniert.

Ich denke, jeder der die 1. Staffel mochte, kann der Film empfohlen werden. Von der 2. Staffel muss man nur zwingend Bamboo Leaf Rhapsody gesehen haben (die Folge ist auch auf der aktuellen AnimaniA-DVD), da sich mehrmals direkt auf die Handlung dort bezogen wird. Die anderen beiden Geschichten der 2. Staffel Endless Eight und Sigh geben einem eher mehr Informationen, warum bestimmte Dinge passiert sind und warum Kyon sich so verhält, aber das fällt einem vermutlich gar nicht auf, wenn man beide nicht kennt. Zumindest sind sie nicht zwingend für das Verständnis der Handlung des Films notwendig. Die 1. Staffel sollte man generell vor dem Konsum des Films geschaut haben, denn zwar kann man wohl verstehen, was ungefähr passiert, da der Film in vernünftiger Geschwindigkeit erzählt wird, aber einem entgeht einfach zu viel von der “Tiefe”.

Die Umsetzung

In Ermangelung der DVD widme ich mich erstmal “nur” der Blu-ray. Der Film wurde in einer HD-Auflösung produziert (~720p oder mehr) und bietet doch mehr Details und Schärfe als viele aktuelle TV-Serien. Natürlich wurde er in 1080p auf der Blu-ray abgelegt und bietet klare Vorteile gegenüber der DVD-Fassung – wenn man das nicht sieht, sollte man mal zum Augenarzt.^^

Allerdings bin ich mit dem Transfer nicht ganz zufrieden, denn schon beim Anschauen wunderte ich mich, dass der Film doch etwas etwas stufiger bei dunklen Verläufen wirkt – und dieser Film hat recht viele davon. Ich dachte erst, dass die nicht gerade hohe Bitrate von 17979 kbps vielleicht die Probleme bereitet, aber nach dem Überprüfen einiger Szenen fand ich meistens keine besonders sichtbaren Artefakte. Von den anderen Fassungen wusste ich noch, dass ich die Verläufe eh nicht so toll waren bei dem Film. Manch japanischer Publisher benutzt extra die Technik SBMV, um das Problem zu beheben (z.B. bei Evangelion 2.22), aber Kadokawa machte sich in Japan nicht die Mühe, hier zu optimieren. Allerdings hatte ich das ganze nicht so “schlimm” in Erinnerung und nach einem direkten Vergleich von Screenshots viel mir auf, dass die Kazé-Fassung scheinbar aufgehellt wurde, denn das Bild wirkt allgemein etwas blasser.

Beispiel für die Verläufe (Japan/Kazé-Fassung):

Beispiel für die Farbgebung (Japan/Kazé-Fassung):

Und dadurch fallen vor allem in dunklen Szenen diese Verläufe gleich mehr auf, da sie ansonsten etwas mehr “zulaufen”. Wie stark das ganze sichtbar ist, hängt natürlich von den Einstellungen und den Fähigkeiten des Fernsehers ab, aber ich vermute, dass der der etwas schlechtere Eindruck des Bildes darauf beruht. Ansonsten frage ich mich aber auch, warum man hier etwas verändert hat? Dadurch wirken nämlich die Farben auch weniger knallig. Zudem sind bei der Fassung links und rechts ein ganz schmaler Rand, bei dem ich mich auch frage, was der da soll?

Übrigens treten diese 2 Phänomene nur bei dieser Version auf, die US-Fassung, die Hong Kong-Fassung und die japanische ähneln sich sehr stark, wobei die US-Fassung stark unter seiner ebenso recht niedrigen Bitrate leidet und in dieser Hinsicht schlechter abschneidet als die dt. Fassung. Die Unterschiede zwischen den Fassungen werden noch einen eigenen Artikel bekommen, wenn die DVD-Fassung hier eingetrudelt ist.

Insgesamt ist die Bildqualität aber trotzdem noch gut und ohne die ganzen anderen Fassungen wäre mir das Beschriebene vielleicht auch weniger aufgefallen, aber da Blu-ray keine großen Unterschiede mehr zwischen internationalen Fassungen benötigt, fragt man sich umso mehr, warum manche Änderungen entstehen. Dank der höheren Bitrate bietet die japanische Fassung aber ein etwas ruhigeres Bild, da das digitale Rauschen dort sauberer wiedergegeben werden kann. In der Kazé-Fassung entsteht da auch mal das ein oder andere kleine Artefakt. Man muss aber schon etwas genauer hinschauen, um diese zu entdecken.

Ein ganz anderer Unterschied dieser Fassung zum Rest ist übrigens das Opening, das hier mit englischen Bezeichnungen der Macher und Ihren Namen in “unserer” Schrift ausgestattet wurde. Seltsamerweise bietet noch nicht mal die US-Fassung diese Anpassung.

Ich habe mir den Film bislang nur in der japanischen Originalfassung 5.1-Ton mit Untertiteln mit angeschaut, da ich mir vorgenommen hatte, den Film dann auf DVD mit der deutschen Synchronisation zu schauen. Mir fiel bei kurzen Stichproben auch auf (wie im Internet schon an verschiedenen Stellen lesbar), dass vor allem Kyon’s Stimme doch recht tief klingt. Im Moment bin ich mir aber nicht sicher, ob das mit der 24p/25p (PAL) – Umwandlung zu tun hat. Ohne die DVD zum Vergleich lässt sich das auch nicht mit Sicherheit sagen. Zur Qualität der deutschen Synchronisation kann ich auch nur bislang sagen, dass Kyon immer noch einiges fehlt, es aber vor allem die anderen Charakteren etwas näher am Original zu sein scheinen. Zumindest passte Yuki diesmal etwas, meinem ersten Eindruck nach. Suffixe werden übrigens beibehalten. Für mich klingt das aber eh alles sehr ungewohnt, da ich die japanischen Stimmen gerade bei diesem Franchise zu sehr im Kopf habe. Wie gesagt, wenn die DVD mir vorliegtt, werde ich dann meine genaueren Eindrücke noch einmal schildern. Der Mehrkananalton der japanischen Spur ist recht zurückhaltend und nur wenige Szenen machen offensichtlichen Gebrauch der hinteren Lautsprecher, das war bei den anderen Fassungen aber auch nicht anders, so weit ich mich erinnern kann. Die Stimmen klingen dort übrigens normal.

Die deutschen Untertitel gefielen mir sehr gut und mir fielen keine Übersetzungsfehler auf. Das Timing erfüllte auch seinen Zweck und die Opening/Endings und einige Schilder bekamen auch Untertitel spendiert.

Die meisten deutschen Sprecher werden übrigens in den Credits erwähnt:

Die Menüs gefallen mir ganz gut (auch wenn sie recht simpel sind):

Die Extras

Dieses Mal muss die Blu-ray bei den Extras nicht den Kürzeren ziehen, sondern sie erstrahlen sogar in 1080i. Wobei man hier gleich erwähnen muss, dass sie schon bei der japanischen Blu-ray eine sehr wechselhafte Bildqualität boten, da z.B. die Premierenfeiern bei schlechter Beleuchtung im Kino aufgezeichnet wurden und sehr stark rauschen. Auch die anderen Videos sind oftmals nicht sehr scharf und man sollte hier nicht optische Qualität von Hollywood-Extras erwarten. In Japan nahmen die Extras eine weitere BD50 ein und um hierzulande alles auf eine Scheibe packen zu können, wurde die Bitrate sehr reduziert. Gerade mal rund 8 MB pro Sekunde blieben übrig, was doch für allerlei Artefakte sorgt. Da das Rohmaterial aber eh nicht hübsch ist, ist das aber kein so großer Verlust an Qualität. In den USA lagen die Extras nur auf DVD bei und die HD-Auflösung erlaubt auch mit niedriger Bitrate mehr Details. Das komplette Bonusmaterial wurde deutsch untertitelt, sogar die TV-Spots und Trailer. Die Übersetzung ist kompletter und wörtlicher als in der US-Version und sogar Worte wie “Yandere” oder die “Kosenamen” wie “Nat-chan” wurden übernommen. Allerdings wunderte ich mich bei einigen Punkten, ob hier die richtigen Worte im dt. genommen wurden, da z.B. 2x mal vom Manga die Rede ist, die Vorlage aber eine Light Novel ist. Vielleicht war das ein Versprecher der Seiyuus, aber ist z.B. bei Aya Hirano’s Aussage bei den US-Untertiteln von “original work” die Rede. Ansonsten fand ich die Übersetzung aber gut, so weit ich das beurteilen kann.

Mich würde übrigens interessieren, wie genau die französische Fassung ausgestattet ist, denn das Bonusmaterial auf der Blu-ray ist gar nicht bei Wahl dieser Fassung im Menü verfügbar.

Making Of

Ich hätte es besser gefunden, wenn man den einzelnen Teilen eigene Einträge im Menü gegeben hätte, da sie insgesamt doch recht langsam sind und unabhängig voneinander sind. Vor allem der letzte Part mit dem Making Of bzw. dem Photoshooting zum Video von Yasashii Bôkyaku ist schon recht eigenständig vom Film selbst. Immerhin wurden die einzelnen Teile aber mit Kapiteln versehen.

Bilder von Recherche-Tour im Kônan-Krankenhaus (ca. 9:50)

Wie schon bei der 2. Staffel waren das Produktionsteam wieder mit Kameras unterwegs, um Vorlagen für die authentischen Hintergründe zu recherchieren. Da im Film viele schon bekannte Orte vorkamen, wurde scheinbar nur ein Krankenhaus besucht. Teilweise werden die passenden Szenen dann auch unten klein eingeblendet, damit man sehen kann, wie das ganze dann in Animeform umgesetzt wurde. Wie eigentlich immer ist auch Minoru Shiraishi (Taniguchi) wieder mit von der Partie, um den ein oder anderen Kommentar abzugeben.

Aufnahme der Hintergrundmusik (Victor-Studio, Australien) (ca. 16 Minuten)

Hierbei ist zu beachten, dass der erste Teil noch in Japan aufgenommen wurde, im Victor Studio, während man für die Aufnahmen des restlichen Soundtracks nach Australien flog. Zunächst sieht man wie Seiji Honda das Klavierstück Gymnopedie No. 1 von Erik Satie einspielt. Der Pianist war auch beim klassischen Haruhi-Konzert dabei und in dem Video kann man sehen, wie mit verschiedenen Geschwindigkeiten des Spielens des Stückes herumprobiert wird.

Dann geht es nach Sydney, wo Philip Chu (welcher auch beim Konzert dabei war) mit dem Eminence-Orchester bzw. -Chor unter Aufsicht des Komponisten Satoru Kousaki (u.a. auch Bakemonogatari) die restliche Hintergrundmusik einspielt.

Cutting, Dubbing, Videomontage – Impressionen von der Arbeit (ca. 30 Minuten)

Zuerst wird der Schneideprozess bei einem Anime erklärt und dieser mit der Arbeit bei der TV-Serie verglichen.

Dann wird gezeigt wie die Toneffekte hinzugefügt werden und der Ton abgemischt wird. Neben der Erstellung der Opening Credits werden auch noch dem letzte Schliff mit Farbkorrekturen kurz vor der Veröffentlichung Segmente gewidmet.

Theme Song “Yasashii Bôkyaku” Making-Of des Musikvideos (ca. 26 Minuten)

Dieses Video ist auch für Leute interessant, die vielleicht sonst nicht so viel Interesse an einem Making Of eines Musikvideos hätten, denn die Promotion-Fotos und das Video wurden an dem “Originalschule” der Serie gemacht. Es ist dann schon witzig, wenn eine Schülerin aus dem Fenster ruft, dass die an die Schule wegen Haruhi gegangen ist^^;.

Übrigens ist wieder ist Minoru Shiraishi mit dabei, der etwas Humor in die Sache reinbringen darf. Wer mal einen Blick in das fertige Video werfen will, kann das hier tun (ein offizieller Upload):

[youtube width=”600″ height=”400″]http://www.youtube.com/watch?v=a_mWyahWoUA&feature=youtu.be[/youtube]

TV Spot

3:50 Minuten mit verschiedenen TV-Werbespots für die Kinoveröffentlichung mit 15 Sekunden und 30 Sekunden Länge. Am Ende folgen auch noch 2 Spots für die Heimvideoversionen.

Filmpremiere

Premierenauftritt 1 (Im Shinjuku Wald9 und Ikebukuro Cinema Sunshine, Tokyo) (ca. 63 Minuten)

Hier wurden alle Seiyuus (ich zähle nur mal die Charakternamen auf: Taniguchi, Kunikida (die ersten beiden als Moderatoren), Haruhi, Kyon, Yuki, Mikuru, Itsuki, Ryoko, Tsuruya-san und Kyon’s kleine Schwester) und der Regisseur und Hauptregisseur nach den Premieren in 2 Kinos auf die Bühne geholt. Jeder darf dann einen Kommantar zum Film abgeben, die je nach Charakter sehr unterschiedlich ausfallen. Einige nehmen es relativ ernst, aber Tomokazu Sugita z.B. albert eher rum und auch Yuko Goto und Daisuke Ono bringen sehr viel Humor in die Sache rein, schaffen es aber auch noch Interessantes zu erzählen. Man merkt zumindest deutlich, dass sich alle Sprecher mit den Rollen beschäftigt haben und ihnen die Arbeit an dem Film wohl viel bedeutet hat.

Nach diesem Video befindet sich übrigens ein kleiner Fehler auf der Blu-ray, denn eigentlich sollte nun gleich die nächste Premiere kommen, aber es gibt zunächst einen schwarzen Bildschirm für rund 20 Sekunden und dann kommen plötzlich die Logo-Animationen von Kadokawa und Kyoto Animation usw., wonach es dann mit der nä. Premiere weiter geht. Bei der japanischen Blu-ray wurden diese Videos gleich nach dem Einlegen abgespielt.

Premierenauftritt 2 (Im Kyoto Cinema, Kyoto) (ca. 17 Minuten)

In der “Heimatstadt” von Kyoto Animation fand auch eine spezielle Premiere statt, bei der Atsushi Itou (Produzent), Futoshi Nishiya (Chief Animation Director) und Shoko Ikeda (Ultra Chief Animation Director) ein paar Worte verlieren durften. Sehr interessant war, dass der Produzent zuerst nicht geglaubt hat, dass man die Orginalvorlage wegen Kyon’s Erzählweise überhaupt als Anime umsetzen könnte, und dass er erst durch die Motivation von Tatsuya Ishihara (Hauptregisseur) überzeugt werden konnte.

Trailer
Teaser / Kinotrailer / TV-Spot / Werbespot (ca. 3:30)

Der Film wurde zum ersten Mal nach der Ausstrahlung der letzten Folge der TV-Ausstrahlung von 2009 in Form eines Teasers angekündigt. Diesen und andere Varianten davon und schließlich den Kinotrailer kann man unter diesem Punkt betrachten. Der Titel am Anfang ist etwas falsch, da sie von der japanischen Version übernommen wurde, wo diese Werbemittel sich alle in einem Video befanden.

Spezifikationen

Länge: 2:43:04
Filmgröße: 36.168.007.680
Gesamte Disk: 49.443.863.916
Bitrate des Films: 29,57 / Anteil Bild: 17,98

Bild:
MPEG-4 AVC Video        17979 kbps          1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1

Ton:
DTS-HD High-Res Audio           German          3018 kbps       5.1 / 48 kHz / 3018 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
Dolby Digital Audio             German          320 kbps        2.0 / 48 kHz / 320 kbps
DTS-HD High-Res Audio           Japanese        2304 kbps       5.1 / 48 kHz / 2304 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
Dolby Digital Audio             Japanese        320 kbps        2.0 / 48 kHz / 320 kbps
DTS-HD High-Res Audio           French          3018 kbps       5.1 / 48 kHz / 3018 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
Dolby Digital Audio             French          320 kbps        2.0 / 48 kHz / 320 kbps

Untertitel:
Deutsch (Dialog/Schilder)
Deutsch (Schilder)
Französisch (Dialog/Schilder)
Französisch (Schilder)

Ländercode:
A, B (getestet mit Code A PS3, C kann ich nicht testen)

BDInfo

Fazit

In erster Linie freue ich mich natürlich sehr, dass der tolle Film es auf Blu-ray und mit allen Extras hierher geschafft hat und in einigen Punkten sogar die US-Fassung aussticht. Schade finde ich allerdings immer noch, dass nur die DVD-Fassung eine feine Verpackung erhalten hat, denn wäre es andersherum gewesen, hätten ausländische Fans bestimmt neidisch hierher geguckt.^^

Technisch hat die Blu-ray zwar ihre kleinen Macken, die aber eh den meisten Leuten nicht auffallen werden und ich hier auch nur erwähne, da man sich sonst Blu-ray-Reviews fast ersparen kann, denn in 95% der Fälle ist das Bild sehr gut, wenn man zuvor eher an DVDs gewöhnt ist. Und wenn es dann darum geht, zu beurteilen, wie gut Blu-rays untereinander sind, dann muss man eher ins Detail gehen. Bei diesem Film ist auch die japanische Fassung (technisch) nicht perfekt wie sonst manchmal und die deutsche Fassung kann bis auf die genannten Punkte sehr gut mithalten. Vor allem wurde sich offensichtlich viel Mühe bei der Untertitelung des Bonusmaterials gegeben, was zeigt, dass es alles andere als eine lieblose Veröffentlichung ist. Die Extras sind etwas weniger geradlinig wie man das bei US-Filmen gewohnt ist. Dafür sind sie auch nicht so stark auf Selbstdarstellung und Werbung aus und zeigen einige Aspekte der Produktion mal sehr nahe. Vor allem die Premieren fand ich auch sehr seltsam.

Ich kann also eine klare Kaufempfehlung geben, aber die meisten Haruhi-Fans haben bestimmt eh schon zugegriffen – und wer noch kein Fan ist: eine neue Komplettbox mit der 1. Staffel wurde ja auch vor kurzem veröffentlicht. ^^